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1930: Zehn begeisterte Sänger gründen am 10. Dezember im Restaurant Bauernhof den Jodelclub "Rigiklänge" Goldau.
Das Eintrittsgeld beträgt 3 Franken. Das Abschlusslied verhilft dem Klub bereits zu ersten Passivmitgliedern.
Die Gründerväter des Clubs
1931: Die Beschaffung des Kostüms macht etwas Bauchweh. Für die Kosten werden 100 unverzinsliche Anteilscheine zu 5 Franken herausgegeben, "zu tilgen in den nächsten 10 Jahren durch Auslosung."

1932: Am Zentralschweizer Jodlerfest in Einsiedeln wird der Klub für den harmonischen Chorklang gerühmt. Zum Jodel wird bemängelt, dass er nur von zwei Sängern bewältigt wurde.
Am Eidg. Jodlerfest 1933 in Interlaken
1934: Am Zentralschweizer Jodlerfest erntet man "nicht alles Lob". Der Club ist recht aktiv. Gesellschaftlich hat man sich gut integriert. Man nimmt am Tierparkfest und am Konzert des Handharmonikaklubs teil. Daneben wird ein Schwynigs-Preisjassen und ein Gartenkonzert im Alpenblick durchgeführt.

1939-1945: Wegen dem Krieg ist ein geregelter Probenbetrieb nicht möglich. Man versucht, das Vereinsschifflein in Fahrt zu halten. Mitte 1943 gibt man sich wieder einen Ruck, der Klub wird in "Jodelklub am Rigi" umbenannt und Miggi Gerig-Kyd als Jodlerin willkommen geheissen.

1945: Nach Kriegsende werden die Absenzen wegen Militärdienst spärlicher. Die Tradition der Jodelkonzerte wird wieder aufgenommen, auch mit dem Handharmonikaklub einigt man sich wieder auf gemeinsame Auftritte.

1948: Der Club fährt auf die Klewenalp. Ein prächtiger Tag, doch mangels Reservation müsste man lange auf die Bergfahrt warten. Daher wird in Beckenried gespiesen. Die Portionen fallen bei happigem Preis mager aus. Die Jodler suchen ihr Heil in der benachbarten Beiz bei einer grossen Portion Alpkäse.

1951: Am Zentralschweizer Jodlerfest bemängeln die Goldauer an der Fest-Köchin die ungenügende Grösse der Kochtöpfe. Im gleichen Jahr fällt der traditionelle Sau-Jasset beinahe der Maul- und Klauenseuche zum Opfer. Doch die gesunde Sau war frühzeitig geschlachtet worden.

1952: Die Teilnahme am Eidg. Jodlerfest wird abgelehnt, da der Festkartenpreis von 25 Franken zu hoch empfunden wird.

1955: Der Club wird 25-jährig. Am Jubiläumsabend wird das vom Dirigenten Josef Müller zum Jubiläum komponierte "De Rigiälpler" uraufgeführt. Am 5. Juli besucht der Lord-Mayor von London Sir Howard die Rigi und der Klub darf dem hohen Gast im Berghaus Rigi-Staffel flotte Jodellieder vortragen.
Der Jodlerclub und der Lord-Mayor von London
1956: Der Auftritt am Zentralschweizer Jodlerfest gelingt nicht nach Wunsch. Die Schuld wird seuchenpolizeilichen Massnahmen bei der Probenarbeit gegeben. An der Generalversammlung werden die Jodler ersucht, auf der Bühne nicht den Kopf zu schütteln, wenn etwas nicht ganz klappe!

1960: Die Jodlerreise führt nach Engelberg. Das Hotel offeriert ein feines Zmittag für 6 Franken 50. Gewitzigt durch frühere Vorkommnisse bezahlt man dem Hotelier einen Franken zusätzlich, um garantiert genug zu essen zu bekommen.

1963: an der GV wird dem Dirigenten eine Küchenuhr überreicht (anstelle der von ihm geschenkten Gage), "damit er wisse, wann er zur Probe aufbrechen müsse, um nicht zu spät zu kommen."

1965: Am Zentralschweizer Jodlerfest jodelt erstmals Miggi Baumann-Heinzer, eine stets scherzhafte und wortgewaltige ex-Muotathalerin. An der GV wird der Kauf von "neuen Tschöpli" beschlossen. Als zusätzlicher Jodler wird Kamer Johann begrüsst.

1966: Die Teilnahme am Eidgenössischen Jodlerfest wird ein Grosserfolg. Prbleme gibt es beim Festumzug. Ein Berner Sennenhund sollte mit einem Wägeli vor dem Club vorangehen. Das mit Alprosen reichlich geschmückte Fahrzeug wird von Bähnlern zwecks Verschönerung der eigenen Hüte geplündert.

1967: Vor dem Zentralschweizer Jodlerfest geht man noch auf die Jodlerreise ins Bisisthal, da "man nachher doch kein Geld mehr habe."

1971: Im Restaurant Eisenbahn wird ein Bockabend durchgeführt, der finanzielle Erfolg basiert weitgehend auf dem finanziellen Einsatz der Jodler.
Die Jodler auf einem Ausflug im Jahr 1971
1972: Die Teilnahme am Eidgenössischen Jodlerfest wäre bei entsprechender Klassierung zu einem Fiasko geworden, wenn das Fest nicht ausnahmsweise ohne Bewertung durchgeführt worden wäre.

1973: Der Klub präsentiert sich erstmals in neuer Kluft.

1975: Der Klub gastiert in Bad Krozingen in Süddeutschland. Gemäss der Lokalpresse imponierte das Blasen auf der vier Meter langen Holztrompete mit abgebogenem Schallbecher. Der Club nimmt ferner an diversen Anlässen zum 100-Jahr-Jubiläum der Arth-Rigi Bahn teil.

1976: Der erneuerte Vorstand fährt mit den Jodlern für vier Tage nach Amsterdam.

1977: Der Club wird wieder nach Bad Krozingen eingeladen. Das Kurkonzert ist ein voller Erfolg, "Holztrompeter" Paul Imlig aus Oberarth gibt einige Anekdoten in urschweizerischem, gut verständlichem, Hochdeutsch zum Besten.

1980: Der 50. Geburtstaag des Clubs wird mit dem Jodlerklub "Männertreu" Oberarth gefeiert. Erstmals wird die Jodlermesse von Jost Marty gesungen. Dieser ist trotz der überzähligen halben Strophe beim Sanktus begeistert. Da kein Jodler den Kopf schüttelt, bemerkt kaum jemand den Fehler.
Der Jodlerclub im Jubiläumsjahr
1987: Eine Reise ins Burgund ist für einige eine schöne, aber weinselige Angelegenheit. Jodlermessen bei verschiedensten Gelegenheiten und Orten machen die Jodler zu recht frommen Gesellen.

1989: Der Club reist nach Rüdesheim. Der Jodlerabend ist im Protokoll wie folgt beschrieben: "Hauptprobe vom Mittwoch miserabel, Nachmittagsaufführung vom Samstag unbefriedigend, Abendunterhaltung bestens gelungen."

1991: Die Clubreise nach Argentinien und Brasilien ist für die Jodler unvergesslich. Neben gelungenen Auftritten wird ausgiebig Caipirinha zugesprochen und anderntags dafür heftig gelitten. Zurück in der Schweiz veranstalten die Reiseteilnehmer für die Schweizer-Schule ein Benefizkonzert in Uster.

1992: Die Jodler machen einen Ausflug ins Zillertal. Das Probelokal wird vom alten Schulhaus via Werkstätte der SBB ins Zimmer der Frauen- und Müttergemeinschaft im Pfarreizentrum verlegt.

1993: Es wird die Anschaffung einer neuen Uniform beschlossen. Im gleichen Jahr verewigt sich der Klub mit der Kapelle "Echo vom Vitznauerstock" erstmals auf einer CD.
Auf Isola Comancina geht 1993 die Post ab
1994: Die neue Tracht wird mit einer eindrücklichen Jodlermesse festlich eingeweiht. Am Herbstkonzert waltet Dirigent Bruno Bürgi nach 36 Jahren zum letzten Mal seines Amtes und wird zum Ehrendirigent ernannt. Der Dirigentenstab wird von Röbi Küttel übernommen.

1995: Am Zentralschweizer Jodlerfest zieht der Jodlerclub mit einem Modell des Rigibahn-Wagens Nr. 35 durch Brunnen. Ein Gesamtchor mit den Jodlerfreunden aus Oberarth verschönert das 100-jährige Jubiläum des Schwingerverbands am Rigi.
Gemütliche Stunden im Elsass im Jahr 1997
2000: Eine zweiwöchige Klubreise an die Ostküste von Kanada mit Besuchen der Städte Quebec, Toronto, Ottawa und Montreal ist ein weiterer unvergesslicher Höhepunkt.

2001: Eine zweitägige Reise nach Locarno / Ponte Tresa-Italia war ganz nach dem Geschmack der Jodler und ihrer Frauen.

2002: Am Jodlerabend wagt der Club die Aufführung eines Singspiels. Der Eichmatt-Saal ist an zwei Abenden ausverkauft.

2004: Während drei Tagen geniessen die Jodler herrliche Tage im Südtirol. Im Herbst anlässlich des Jodlerabends wird noch einmal ein Singspiel aufgeführt, welches an zwei Abenden volles Haus bringt.
"Verlobig ufem Guggerhof" im Jahr 2004
2005: Der Jodlerclub feiert sein 75-jähriges Bestehen mit einer eigenen Jodlermesse, einem Jodlerkonzert in der Pfarrkirche Goldau und einem Bankett. Er wird dabei von den Bürgerturner Jodlern Luzern unterstützt. Im gleichen Jahr holt sich der Club die Bestnote am Eidgenössischen Jodlerfest in Aarau.

In dieser Chronik können leider nur spezielle Ereignisse erwähnt werden. Das Klubleben besteht aber aus vielen kleinen und grösseren Episoden, die schliesslich das Salz in der Suppe ausmachen. Die vielen Auftritte bei Geburtstagen, die Jodelmessen beim jährlichen Erntedankfest und den Hagelmessen, dann auch die zur Tradition gewordenen "Volksmusik- und Jodlerstubeten" im Rössli bilden einen wesentlichen Bestandteil des Vereinslebens. Und nicht zuletzt ist es auch die gute Kameradschaft, die dem Klub beste Voraussetzungen schafft für ein gutes Gedeihen in weiterer Zukunft.

Bruno Bürgi, Stephan Beeler
Geschichte